Jubiläum im JUZ

40 Jahre Einfühlungsvermögen und Verständnis für Neufahrns Nachwuchs



D üren des Kinder- und Jugendzentrums in Neufahrn waren am Sonntag, den 13.10.2019 nicht nur weit geöffnet, sie waren bunt dekoriert. Im Treppenhaus wurde man von den Klängen CCRs empfangen. Es gab schließlich etwas zu feiern: 40 Jahre lang schon finden die Neufahrner Kinder und Jugendlichen hier Hilfe, Spaß und Unterhaltung.

Das Jubiläum wurde im Rahmen eines Tages der offenen Tür gebührend gefeiert. Die Gäste erwartete nicht nur gute Musik und ein prall gefülltes Buffett, sondern auch ein informativer Rundgang durch das Haus, der die einzelnen Angebote und Projekte anschaulich zeigte und Groß und Klein zum Mitmachen animierte. Egal ob beim „Speedbasteln“ oder beim „Spieleanhänger im Hof“, hier wurde allen etwas geboten. Ulrike „Uli“ Thalmeier, die Leiterin des JUZs, empfängt jeden Gast persönlich. Die kleinen Gäste bekommen ebenso viel Aufmerksamkeit, wie die Vertreter der Gemeinde - ganz im Sinne des Jugendzentrums eben. 2015 hat sie hier die Leitung übernommen und zieht nach wie vor alle mit ihrem Lachen und ihrer Begeisterungsfreude in den Bann.

Der offizielle Teil der Veranstaltung beginnt pünktlich um 11:00 Uhr. Wie nicht anders erwartet, wird aber auch dieser Teil der Veranstaltung nicht langweilig und so bespaßt Anton „Toni“ Czemmel die Besucherinnen und Besucher zwischen den offiziellen Ansprachen. Anhand von Luftballons zeigt er das heutige Familienkonstrukt anschaulich und beeindruckt dabei nicht nur die Kinder. Er erklärt „Pädagogik in zwei Minuten“ und stellt dabei seine Kunst zu jonglieren unter Beweis. Die Botschaft lautet: Mehr Einfühlungsvermögen, mehr Verständnis und sich ab und zu an die eigene Kindheit und Jugend zurückerinnern.

Auch Ursula Schablitzki ehrt das JUZ mit einer kleinen Ansprache. Die Jugendreferentin, die das Amt mit Leben füllt, berichtet von den vielen aktuellen Projekten im Zuge der Jugendarbeit und bedankt sich für die stets gute Zusammenarbeit.

Bürgermeister Heilmeier zählt ebenfalls zu den Gratulanten. Er erinnert sich an den Strukturwechsel in der Jugendarbeit Anfang der 90ziger Jahre und lobt den festen Stamm, das Herz des Jugendzentrums. Hier spüre man das Herzblut und Engagement jedes Einzelnen. Neufahrn sei stolz auf das JUZ und seine vielen Angebote.

Am Ende der Ansprachen wurde das ansehnliche Buffett eröffnet und Groß und Klein wurden bestens versorgt.

Auch viele Ehemalige sind gekommen, um mit Ulrike Thalmeier und ihrem Team zu feiern. Kathrin Müller- Lühr, welche das JUZ von 1996 bis 1999 leitete, war ebenso anwesend, wie

Dorothea Baumgarth. Sie bildete 1978 die Anfänge heutigen JUZs, damals noch als „Teestube“ bekannt.

Das JUZ startete als Modellversuch von der damaligen Erziehungsberatungsstelle, welche sich mit Eching im Verbund befand. Eching hatte damals bereits ein ansehnliches Gebäude, die Neufahrner mussten sich ihr Gebäude noch mit dem Roten Kreuz, dem Kinderhort und der Erziehungsberatungsstelle teilen. Der kleine Aufenthaltsraum hinter Küche stellte das damalige JUZ dar. „Es war eine Zeit, in der man der Jugendarbeit generell skeptisch begegnete.“, berichtet Dorothea Baumgarth, während sie die Bilder aus früheren Tagen an der Wand betrachtet. Die heute 74jährige kam damals frisch von der Uni und nahm sich der Neufahrner Jugend an. „Ich wollte die Jugendlichen erreichen“, erklärt sie. Es funktionierte und Neufahrns Jugend griff tatkräftig mit an. Die Räumlichkeiten wurden selbst gestaltet, Wände bemalt und Möbel organisiert. Zwischen 80 und 100 Jugendliche kamen damals regelmäßig im „Jugendtreff“ zusammen, bei den Partys waren es sogar teilweise bis zu 150 Teilnehmer. So wurde der zur Verfügung gestellte Raum natürlich schnell zu klein und der Personalmangel spürbar. Nur mit dem unermüdlichen Engagement der Jugendlichen und der Hilfe aller Beteiligten sei es möglich der Jugend von heute ein so großes Spektrum an Angeboten bieten zu können.

Dies macht auch ein Rundgang im JUZ deutlich. Neben dem Ferienprogramm, der Bewerbungshilfe und der Nachmittagsbetreuung, welche in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum (stolze 25 Jahre) feiert, bietet es noch zahlreiche weitere Angebote.

Zum Beispiel das JUZ Cafe für alle zwischen 10 und 27 Jahren, immer dienstags und donnerstags zwischen 15:00 und 19:00 Uhr.

Auch die mobile Jugendarbeit , „MOJA“ genannt, stellt sich vor. Mit festen Standorten im Container hinter dem Bahnhof oder in der Hütte der Wasserwacht am Galgenbachweiher versuchen die jungen Frauen, Neufahrns Jugend auch außerhalb des Gebäudes zu erreichen.

Seit 2017 gibt es im JUZ auch die Jugendversammlung, bei der sich engagierte Jugendliche aktiv in die Gemeinde einbringen können und ihre Stimme auf Gehör trifft.

Ebenfalls seit 2017 ist Fabian Köpke Teil des Teams. Bei dem Schulkoordinator Ganztag laufen alle Fäden zusammen.

Projekte, Schulen und Vereine finden hier eine geeignete Anlaufstelle, um dem immer beliebteren Konzept des Ganztages gerecht zu werden.


Auch der Spieleanhänger ist ein fester Bestandteil Jugendzentrums. Der mobile Anhänger besucht Neufahrns Kinder und Jugendliche in den warmen Sommermonaten an den Spielplätzen der Umgebung.

Die Idee dazu entstand in einem heißen Sommer, an dem sich das Leben draußen abspielte. Toni, mittlerweile 21 Jahre Teil des Teams, packte ein paar Spielsachen ein und ging mit Uli an den Spielplatz gleich neben dem Bolzplatz beim Hochhaus. Seitdem sind die Beiden hier immer zwischen Ostern und den Herbstferien donnerstags zwischen 15:00 und 17:00 Uhr anzutreffen – allerdings nur bei trockenem Wetter.

Weil Neufahrn eben nicht nur aus Neufahrn besteht, kam dann im Frühjahr 2019 die Idee das ganze auszuweiten. So fand man den Spieleanhänger auch in Mintraching, Giggenhausen und Hetzenhausen. Das Angebot wurde dankend angenommen und die Giggenhausener Müttergruppe legte ihr Treffen immer auf die Tage an denen der Spieleanhänger anrollte - eine Win- Win- Situation für alle Beteiligten. Im Frühjahr wolle man wieder starten. Nähere Infos hierzu gibt’s dann natürlich zeitnah im JUZ.

Ulrike Thalmeier zieht am Ende der Veranstaltung glücklich Resümee:

„Wir können stolz auf unsere Arbeit sein. Dies haben wir aber auch Neufahrns Kinder und Jugendlichen zu verdanken, die unsere Arbeit zu so etwas Besonderem machen. Sie sind einfach die Besten.“

Für Sie berichtete Katharina Raeck.

(veröffentlicht am 24.10.2019 im Neufahrner Echo - IKOS Verlag)