Einblicke in Berufe und Bildungsangebote
- 28. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Tag der offenen Tür und Ausbildungsmesse an der Wirtschafts-Mittelschule

Eggenfelden.
Eggenfelden. Ein besonderer Vormittag für die rund 430 Schülerinnen und Schüler der Wirtschafts- Mittelschule (WMS) Eggenfelden: Parallel haben der Tag der offenen Tür und die Ausbildungsmesse „Stark für den Beruf“ im Schulhaus statt gefunden. Bis 13 Uhr waren Aula, Gänge und Klassenzimmer gut gefüllt mit interessierten Kindern, Eltern, Betrieben
und Ehrengästen. Im zweijährigen Wechsel organisiert die WMS Eggenfelden entweder
ein Sommerfest oder einen Tag der offenen Tür in Verbindung mit der Ausbildungsmesse. Die Kombination zeigt seit 2017 sichtbaren Erfolg. „Eltern und Schüler sind so im Haus und können die WMS hautnah erleben“, resümiert Konrektor Michael Eder.
Rund 20 Aussteller aus der Region
Bereits um 8 Uhr startete die Ausbildungsmesse „Stark für den Beruf“. Rund 20 lokale Arbeitgeber aus Handwerk, Pflege, Einzelhandel und Industrie präsentierten ihre Ausbildungsberufe und Praktikumsmöglichkeiten. Ziel war es, frühzeitig Orientierung zu geben und Schwellenängste abzubauen. Alle Schülerinnen und Schüler erhielten
Laufzettel mit vorbereiteten Fragen zu Berufen, Ausbildungswegen, Anforderungen und
Praktikumschancen. Jüngere Fünftklässler wurden von Zehntklässlern unterstützt – beim Ausfüllen der Bögen ebenso wie beider Ansprache der Firmen. „So kommen Schülerinnen und Schüler und Firmen schneller in Kontakt. Hemmschwellen werden abgebaut“, betont Konrektor Eder. Auch Eltern waren eingeladen, gemeinsam mit ihren Kindern die
Stände zu besuchen und so die Berufswahl aktiv zu begleiten. Jahrgangsstufenweise hatten
die Klassen ausreichend Zeit, Gespräche zu führen und sich einen Überblick über die regionale Ausbildungslandschaft zu verschaffen – kleine Werbegeschenke inklusive.
Für die Jahrgangsstufen ab der 8. Klasse ist die Messe besonders wichtig, da ab dann jährlich zwei Praktika anstehen. Schon am Vormittag wurden erste Kontakte geknüpft
und konkrete Praktikumsvereinbarungen haben sich angebahnt. Bereits zum neunten Mal dient dieser Tag der Berufsorientierung, der Vorbereitung auf das Arbeitsleben und als Bindeglied zwischen Mittelschule und örtlichen Betrieben. Beratungslehrerin Nicole
Müller-Menrath zeigt sich zufrieden: „Unser großer Dank geht an die Betriebe, die teils schon jahrelang auf unserer Ausbildungsmesse vertreten sind.“ Um 10.30 Uhr eröffnete Konrektor Michael Eder in der Aula offiziell den Tag der offenen Tür. Er begrüßte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Firmenvertreter sowie Ehrengäste, darunter Bürgermeister Martin Biber, Schulreferent Benedikt Starzner mit Vorgängerin Anita Hölzl. Biber lobte die Kombination aus Ausbildungsmesse und Tag der offenen Tür als Beispiel dafür, wie eng Mittelschule und regionale Wirtschaft zusammenarbeiten können. Zugleich bedauerte er, dass der Ruf der Mittelschulen immer noch nicht dem tatsächlichen Leistungsvermögen entspreche. Ein Beispiel für gelungene Bildungswege über die Mittelschule hinaus lieferte die ehemalige Schülerin Defne Deniz, die Biber 2020 als Absolventin der WMS verabschiedete. Sie kehrte als Marketingmanagerin der Firma Neumayr in die Aula zurück, die mit einem Stand vertreten war. Deniz hatte den M-Zweig an der WMS absolviert, anschließend ihren Fachwirt gemacht und strebt nun den Abschluss
als Betriebswirtin an. „Die WMS und auch der Bürgermeister haben mich immer sehr gefördert und an mich geglaubt“, berichtet sie. Noch als Schülerin habe sie ein
Praktikum im Rathaus gemacht. Ihre Arbeit im Marketing helfe nun dem Unternehmen, Nachwuchs zu gewinnen – vor allem über Social Media. Ihre Geschichte zeigt, welche
Perspektiven sich mit einem Mittelschulabschluss eröffnen können, wenn Motivation und
Unterstützung zusammenkommen. Eder nutzte den Tag, wortwörtlich um Türen zu öffnen – bei den eigenen Schülerinnen und Schülern ebenso wie bei Eltern und möglichen künftigen Fünftklässlern. Viele Eltern seien zum ersten Mal im Gebäude und sollten sich ein eigenes Bild von der Schule machen können, so Eder. Während er Gruppen von Viertklässlern der benachbarten Grundschule durch das Schulhaus führte, übernahm Lehrkraft Alexandra Danninger die Rundgänge mit den Eltern. Besichtigt werden konnten Technik- und
Werkräume, Computerräume sowie der Hauswirtschaftsraum mit voll ausgestatteter Küche – ein Einblick in die praxisnahe Arbeit an der WMS.
Ein Film über Brunnenbohrung
Einigkeit herrscht bei vielen Unternehmen: Sie wünschen sich von Praktikanten und Auszubildenden Zielstrebigkeit und echtes Interesse an den Berufen – unterstützt
durch das Elternhaus. Gleichzeitig bedauern Lehrkräfte und Firmenvertreter, dass trotz
Einladung relativ wenige Eltern die Messe zusammen mit ihren Kindern besuchten.
Zum Tag der offenen Tür hatten sich viele Klassen mit eigenen Projekten vorbereitet. Lehrkraft Heiko Berger richtete mit der Klasse 7a eine Steel-Dart-Station ein: Für 50
Cent konnten Besucher drei Pfeile werfen und mit etwas Glück einen 50-Euro-Gutschein gewinnen. Die Klasse 10aM organisierte auf dem Pausenhof eine Fußball-Tennis- Station, die Klasse 8cM bot das Basteln von Armbändern an. Die Klassen 6cG und 6b stellten den
schuleigenen Verein „Schülerhilfe Tansania – Shining Masai e.V.“ vor. Lehrer Tobias Abtmeier zeigte im Klassenzimmer der 6b einen Film über eine Brunnenbohrung in EngareSero in Tansania. Im Schulhof ließ Klassenlehrerin Patricia Knödlseder die Kinder an einer
Mitmachstation „Wasser tragen wie inTansania“ ausprobieren, wie es ist, Wasser ohne Fahrrad oder E-Scooter über längere Strecken zu transportieren. In derAula herrschte dichtes Gedränge zwischen Firmenständen und Infotafeln. „So viele verschiedene
Unternehmen“, fasst der Sechstklässler Azad beeindruckt zusammen. Für die konkrete Berufswahl habe er aber noch Zeit. Auch das ehemalige Hausmeisterehepaar Max und Moni Mitterndorfer, im Vorjahr nach über 20 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet, schaute vorbei. Viele nutzten die Gelegenheit zum Wiedersehen. Für die Bewirtung
sorgte der Elternbeirat unter Leitung von Nicole Forstmeier im Musiksaal. Bei Kaffee, Kuchen und Snacks kamen Eltern, Lehrkräfte und Firmenvertreter ins Gespräch und ließen den Vormittag in entspannter Atmosphäre ausklingen.
(Katharina Raeck - veröffentlicht am 28.05.2026 im Rottaler Anzeiger)














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